Kletterprojekt für Kinder und Jugendliche einer Vorbereitungsklasse

Kletterprojekt für Kinder und Jugendliche einer Vorbereitungsklasse

Ich, Jan Möbius, absolviere gerade einen Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug (BFDmF) beim GemeinschaftsErlebnis Sport (GES) in Stuttgart. Während dieses Jahres halte ich Sportangebote an verschiedenen Schulen in Stuttgart vor und darf ein eigenständiges Jahresprojekt auf die Beine stellen.

Am Mittwoch, 18. April 2018, startete mein Projekt gemeinsam mit den Schülern und Schülerinnen der Vorbereitungsklasse 1 der Falkertschule am Evangelischen Mörike-Gymnasium in Stuttgart Süd, besser gesagt an deren Kletterwand.

Schon als ich das erste Mal von einem Jahresprojekt gehört habe, entstand bei mir die Idee, etwas in meiner Sportart Klettern zu machen. Nachdem ich diesen Wunsch in meinem Team beim GES angesprochen hatte, durfte ich an einer zweieinhalbtägigen Fortbildung in Heilbronn teilnehmen, um mich im Toprope(Nachstieg)-Sichern schulen zu lassen. Obwohl ich die Inhalte größtenteils schon kannte, hatte ich dort trotzdem jede Menge Spaß und fühlte mich gut gewappnet für mein Vorhaben. Nachdem alles mit den beteiligten Schulen geklärt war, bekamen wir die Möglichkeit, uns an den Kletterrouten des Mörike-Gymnasiums auszuprobieren. Viermal dürfen wir dies nun tun und ich habe mir zum Ziel gesetzt, die Kinder ein wenig in die Welt des Kletterns einzuführen und ihnen zu zeigen, dass es beim Klettern nicht nur auf die Kraft in den Armen ankommt, sondern viel mehr um Vertrauen und Partnerschaft geht.

Bevor es losgehen konnte, musste ich die SchülerInnen erst einmal über die Sicherheitsvorkehrungen und Verhaltensweisen beim Klettern aufklären. Aufgrund der unterschiedlichen Sprachkenntnisse war dies gar nicht so einfach, denn man muss wissen, dass die SchülerInnen in den Vorbereitungsklassen sprachlich meist noch nicht auf dem Stand sind, dass sie bereits die Regelschulklassen besuchen können. Die Kinder stammen aus unterschiedlichen Nationen und leben häufig erst seit ein paar Wochen in Deutschland.

Dennoch gelang es mir, den Kindern und Jugendlichen zu zeigen, wie man in einen Gurt einsteigt, einen Karabiner verschraubt und die Sicherungstechniken anwendet. Jetzt waren wir startbereit.

Schon auf dem Weg zur Kletterwand hatten die Kinder bereits geprahlt, wer sich alles bis nach oben trauen würde und wer dabei am schnellsten wäre. Doch als wir dann an unserem Ziel angekommen waren, war der Respekt sehr schnell sehr groß und die Kinder staunten erst einmal, wie hoch die Wand denn sei. Das hatten sie sich wohl etwas anders vorgestellt. Nachdem alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen waren und ich das erste Kind am Seil hatte, kletterte dies selbstbewusst los, ohne nach unten zu schauen. Das bekräftigte und ermutigte die anderen Kinder und schnell kam ich mit dem Sichern kaum noch hinterher. Alle trauten sich, die Wand ganz nach oben zu klettern und zeigten keine Ängste mehr. Das gab mir ein super Gefühl und war nochmal ein großes Zeichen von Vertrauen, welches mir die Kinder schenkten. Es war toll zu sehen, wie schnell sich die Kinder mit der Sportart Klettern identifizieren konnten, obwohl sie es größtenteils noch gar nicht kannten und wie dankbar sie dafür waren.

Jetzt freue ich mich auf das nächste Treffen und bin gespannt, welchen Fortschritt die Kinder durch mein Training erzielen können.

Jan Möbius